Besuch am KIT-Süd: Spitzenforschung für GreenTech und Kreislaufwirtschaft

KIT | Dr. Ute Leidig und Kai Keune besichtigen die Kreislauffabrik am KIT

Gemeinsam mit der Karlsruher Landtagsabgeordneten Dr. Ute Leidig habe ich vergangene Woche das Karlsruher Institut für Technologie (KIT-Süd) besucht, um mich über aktuelle Forschungsarbeiten in den Bereichen Bioökonomie, Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Produktion zu informieren. In meiner Funktion als Sprecher für GreenTech und Kreislaufwirtschaft der Fraktion GRÜNE im Umweltausschuss des Landtags von Baden-Württemberg stand dabei die Frage im Mittelpunkt, wie Forschung und Innovation den Wandel hin zu einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Wirtschaft beschleunigen können.

Begrüßt wurden wir von KIT-Präsident Professor Jan S. Hesthaven. Anschließend stellte Professor Christoph Hilgers das Kompetenzzentrum Klima, Umwelt und Ressourcen (CLEAR) vor, in dem rund 700 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 30 Instituten interdisziplinär zusammenarbeiten.

Im weiteren Verlauf des Besuchs wurden ausgewählte Forschungsprojekte präsentiert. Professor Holtmann erläuterte die zentrale Rolle der Bioökonomie entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von landwirtschaftlichen Rohstoffen über industrielle Prozesse bis hin zu urbanen Kreislaufsystemen. Professor Ummenhofer stellte innovative Ansätze für eine ressourcenschonende Bauwirtschaft vor, darunter die Wiederverwendung von Bauteilen, hochwertiges Baustoffrecycling und die Vision des „ewigen Bauwerks“, mit dem Rohstoffe langfristig im Kreislauf gehalten werden sollen.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Vorstellung der Kreislauffabrik durch Professor Deml. Ziel des Projekts ist das „ewige Produkt“: Produkte sollen möglichst lange genutzt, repariert und wiederverwendet werden; Recycling erfolgt erst, wenn andere Optionen ausgeschöpft sind. Die Kreislauffabrik entwickelt hierfür industrielle Prozesse, die eine wirtschaftliche Umsetzung im großen Maßstab ermöglichen.

Bei der anschließenden Besichtigung der Kreislauffabrik erhielt ich praxisnahe Einblicke in moderne Fertigungs- und Reparaturprozesse. Am Beispiel eines Winkelschleifers wurde demonstriert, wie zurückgegebene Produkte zunächst digital analysiert und mithilfe industrieller Computertomografie auf Schäden untersucht werden. Intelligente Robotersysteme übernehmen anschließend die automatisierte Demontage, wählen selbstständig passende Werkzeuge aus und bereiten die Produkte für Reparatur oder Wiederverwendung vor. Auf diese Weise wird konkret gezeigt, wie Kreislaufwirtschaft künftig in der industriellen Praxis funktionieren kann.

Der Besuch am KIT verdeutlicht die zentrale Rolle von Forschungseinrichtungen für die Weiterentwicklung von GreenTech und Kreislaufwirtschaft. Die dort entwickelte Spitzenforschung zeigt, wie Klimaschutz und wirtschaftliche Stärke zusammen gedacht und in innovative Lösungen für eine nachhaltige Industrie überführt werden können.

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